Das Kunstmuseum Bern lädt derzeit zu einer besonderen Zeitreise ein: Die Ausstellung Panorama Schweiz eröffnet einen einzigartigen Blick auf Schweizer Kunst aus drei Jahrhunderten. Besucher:innen begegnen eindrücklichen Bergwelten und tauchen in die bürgerliche Freizeitkultur ein.
In der Sammlung des Kunstmuseum Bern bildet die Schweizer Kunst einen zentralen Schwerpunkt. Die Sammlungspräsentation «Panorama Schweiz. Von Caspar Wolf bis Ferdinand Hodler» rückt ausgewählte Facetten des künstlerischen Schaffens in der Schweiz vom späten 18. bis ins frühe 20. Jahrhundert ins Rampenlicht. Zu sehen sind imposante Berglandschaften von Caspar Wolf bis Albert Müller, Darstellungen des Bauern- und Arbeitermilieus von Albert Anker bis Max Buri sowie Aspekte des bürgerlichen Freizeitvergnügens von Cuno Amiet bis Martha Stettler. Gemeinsam eröffnen diese Werke ein weites Panorama von Schweizer Künstler:innen und Motiven.

Franz Niklaus König
Der Staubbach im Lauterbrunnental, 1804, Öl auf Leinwand, 136,2 × 108 cm, Kunstmuseum Bern, Bernische Kunstgesellschaft, Bern, Schenkung der Erben von Frau Sulzberg-König, Frauenfeld

Caspar Wolf
Die Schwarze Lütschine, aus dem Unteren Grindelwaldgletscher entspringend, 1777, Öl auf Leinwand, rentoiliert, 54 × 82 cm, Kunstmuseum Bern, Verein der Freunde, Ankauf mit Mitteln aus dem Legat von Anna Adele Burkhart-Gruner

Martha Stettler
Le parc, um 1910, Öl auf Leinwand, 81 × 116,3 cm, Kunstmuseum Bern

Arnold Böcklin
Frühlingstag, 1883, Öl auf Holz, parkettiert, 103 × 150 cm, Kunstmuseum Bern, Geschenk Dr. Hugo Rast, London und Kaufdorf, zum 100-jährigen Jubiläum des Kunstmuseum Bern
Hirten, Alphütten und Wanderungen
Die Alpenlandschaft inspiriert Schweizer Künstler:innen seit Jahrhunderten. Ihren festen Platz in der Malerei erlangten die Alpen dank ihrer wissenschaftlichen Erforschung in der Barockzeit. Kunstschaffende wagten sich erstmals in das unwirtliche Hochgebirge vor, um als Begleiter von Naturforschern präzise Wiedergaben von Gipfeln, Gletschern und Bergseen zu schaffen. Heute dienen diese Werke auch als wichtige Zeugnisse von Veränderungen durch die Klimaerwärmung.
Ab Mitte des 18. Jahrhunderts entdeckten auch Reisende aus dem In- und Ausland die Alpen für sich. Parallel dazu entstanden in der Kunst Szenen mit Hirten, Alphütten und Wandernden, in denen die fast unberührte Berglandschaft als idyllischer Rückzugsort stilisiert wurde.
Erholung im Stadtpark
Mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts rückten neue Themen ins Blickfeld der Schweizer Kunst: das urbane Leben und damit auch die Vergnügungen des Bürgertums. Beliebte Motive waren öffentliche Parks, die zur Erholung vom pulsierenden Stadtleben und gleichzeitig als Schauplatz für den gesellschaftlichen Auftritt dienten. Besonders atmosphärisch fing die in Paris lebende Martha Stettler diese Welt ein. In Werken wie Le parc hält sie Spazierende und spielende Kinder in lichtdurchfluteten Freilichtszenen fest und verleiht dem Sonntagsbummel im Stadtpark eine poetische Leichtigkeit.
| Die Ausstellung «Panorama Schweiz. Von Caspar Wolf bis Ferdinand Hodler» ist bis zum 5. Juli 2026 im Kunstmuseum Bern zu sehen.
Ein besonderer Sonntagsbummel für die ganze Familie erwartet die Besucher:innen dieses Jahr am Muttertag. Am Sonntag, 10. Mai 2026, ab 13:00 Uhr findet der «Maibummel» mit verschiedenen Programmpunkten zur Ausstellung statt. Neben einem klimaphilosophischen Gespräch und einem offenen Atelier zum Gestalten präsentiert Martin Niedermann Schweizer Sagen vor Kunstwerken. Musikalisch begleitet wird der Anlass vom Friya Trio auf Hackbrett, Kontrabass und Geige. Mehr Informationen auf: kunstmuseumbern.ch |